Klinik Vincentinum
Abteilung für Wirbelsäulenchirurgie
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Wirbelgleiten

Was ist Wirbelgleiten und wie entsteht es?

Die menschlichen Wirbelkörper sitzen normalerweise fest an ihrem Platz und werden durch Bänder, Sehnen und Muskeln in Position gehalten. Fehlbildungen im Wachstumsalter oder altersbedingte Verschleißerscheinungen können dafür sorgen, dass die Wirbelsäulensegmente zunehmend instabil werden. Die einzelnen Wirbel lösen sich aus ihren Positionen und es kann zu einem Gleiten der Wirbel kommen. 

Welche Symptome verursacht Wirbelgleiten?

Das Wirbelgleiten ist nicht immer mit Beschwerden verbunden. Verrutscht ein Wirbel allerdings so stark, dass eine Nervenwurzel eingeklemmt wird, kommt es zu entsprechenden Symptomen. Dazu gehören:

  • starke Rückenschmerzen, besonders nach dem Aufstehen oder unter Belastung
  • Taubheitsgefühle oder Lähmungen in den Beinen
  • ​​​​​​​​​​​​​​Funktionsstörungen bei Blasen- und Stuhlentleerung, Sexualfunktionsstörungen

Wie kann Wirbelgleiten behandelt werden?

Wurde ein Wirbelgleiten diagnostiziert, bespricht das Team der Wirbelsäulenchirurgie an der Klinik Vincentinum geeignete Therapiemöglichkeiten. Zunächst werden bevorzugt konservative Maßnahmen eingesetzt. Diese variieren je nach Patient und können von physiotherapeutischen Übungen bis zu einer medikamentösen Versorgung oder einer Spritzenbehandlung reichen. Wenn konservative Therapien die Beschwerden nicht ausreichend verbessern, kann eine Operation helfen. Dabei ist unter anderem eine künstliche Stabilisierung der Wirbelsäule denkbar, die das Wirbelgleiten verhindert.

Wie läuft eine Wirbelgleiten-OP ab?

Ziel der Operation ist es, die Wirbelsäule zu stabilisieren und den Druck auf die Nerven zu verringern. Je nach Ausprägung des Wirbelgleitens kommen unterschiedliche Operationsverfahren zum Einsatz, häufig in Form einer Stabilisierung beziehungsweise Versteifung der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte. Viele Eingriffe können heute minimalinvasiv durchgeführt werden.

Wenn konservative Maßnahmen keinen ausreichenden Erfolg zeigen oder sich die neurologischen Beschwerden verschlechtern beziehungsweise zunehmen, wird die Operation in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt. Mithilfe technischer Verfahren (Neuronavigation und Neuromonitoring) wird in minimalinvasiver Technik ein Schrauben-Stab-System zur Stabilisierung der instabilen Wirbelsegmente eingesetzt. Noch im Operationssaal wird die Lage der Implantate mithilfe einer Behelfscomputertomografie (3D-C-Bogen) überprüft. Falls erforderlich, kann die Position der Implantate direkt korrigiert werden, sodass kein zweiter operativer Eingriff notwendig ist.

(Häufig wird die Operation zusätzlich durch eine Erweiterung des Wirbelkanals (Spinalkanal-Dekompression) unter dem Operationsmikroskop ergänzt. Außerdem erfolgt häufig eine Stabilisierung im Bereich der vorderen Wirbelsäule (intervertebral) mittels transforaminaler intervertebraler lumbaler Fusion (TLIF).)

Bereits am Tag nach der Operation erfolgt die Mobilisierung unter professioneller Anleitung durch Physiotherapeuten. Es gibt in aller Regel keinerlei Einschränkung hinsichtlich der Beweglichkeit. Weder im Stehen, Gehen oder Liegen muss eine spezielle Körperposition eingehalten werden.

Wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt?

Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel etwa sieben Tage. Nach der Entlassung wird für zwei bis drei Wochen eine Schmerzmedikation eingenommen. Etwa ab der fünften Woche beginnt die Anschlussheilbehandlung.

Nach der Rehabilitation beziehungsweise Anschlussheilbehandlung erfolgt die erste routinemäßige ambulante Verlaufsuntersuchung. Dabei werden neben einer körperlichen Untersuchung auch Röntgenaufnahmen angefertigt. Weitere Kontrolluntersuchungen erfolgen in der Regel nach sechs, zwölf und 24 Monaten nach der Operation.

Terminvereinbarung

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