Gallensteine
Was sind Gallensteine und was ist der Auslöser?
Die Gallenblase liegt unterhalb der Leber und ist ein „Speicher“ für Gallenflüssigkeit, die in der Leber gebildet wird. Die Gallenflüssigkeit wird gemeinsam mit dem Sekret der Bauchspeicheldrüse in den Dünndarm abgegeben. Je nach Stoffwechsellage und persönlicher Veranlagung kann es vorkommen, dass sich durch ein Ungleichgewicht von Bestandteilen der Gallenflüssigkeit im Laufe des Lebens winzige Kristalle bilden, die Ausgangspunkt für die Entwicklung von Gallensteinen werden.
Gallensteine können sehr unterschiedliche Größen aufweisen, vom Durchmesser eines Sandkorns bis hin zu der Größe eines Hühnereis, die die gesamte Gallenblase ausfüllen.
Wann müssen Gallensteine entfernt werden und welche Symptome verursachen sie?
Dreiviertel aller Menschen mit Gallensteinen sind „Steinträger“, d. h. die Steine verursachen keinerlei Beschwerden und werden nur zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. In diesem Fall ist in der Regel keine weitere Behandlung erforderlich.
Erst, wenn Gallensteine Symptome verursachen, wird eine OP erforderlich. Größere Steine können die Entleerung der Gallenblase behindern. Kleinere Steine können aus der Gallenblase über den kleinen in den großen Gallengang eintreten und verursachen heftige, krampfartige Schmerzen, die sogenannte „Gallenkolik“, die häufig von Übelkeit und Erbrechen begleitet wird. Auch kann sich im Folge der Abflussbehinderung die Gallenblase entzünden, was einen drückenden Dauerschmerz und allgemeine Krankheitssymptome verursacht.
Zusätzliche Probleme können auftreten, wenn größere Steine aus der Gallenblase ins Hauptgallengangsystem übertreten. Hier können sie unter Umständen den Abfluss des Hauptgallenganges oder auch der Bauchspeicheldrüse stören, was zu einer Gelbsucht oder zu einer Infektion der Gallenwege oder einer Bauchspeicheldrüsenentzündung führen kann. Letztere ist eine potentiell lebensbedrohliche Erkrankung.
Wie werden Gallensteine behandelt?
Die Therapie beinhaltet eine operative Entfernung der Gallenblase. Eine alleinige Entfernung der Gallensteine ist zwar technisch möglich, beseitigt die Ursache allerdings nicht, da nach absehbarer Zeit neue Gallensteine entstehen würden.
Sollte man unter Koliken leiden, ist der Operationszeitpunkt frei wählbar. Die Operationsvorbereitung findet ambulant statt, stationär aufgenommen wird der Patient erst am Operationstag. Die Entlassung nach dem Eingriff erfolgt, sobald sich der Patient ausreichend erholt hat. Dies ist häufig bereits am Vormittag des Folgetages oder am zweiten Tag nach der Operation der Fall.
Bei einer akuten Entzündung der Gallenblase oder nach Gallenwegs- oder Bauchspeicheldrüsenentzündungen, die durch Steine verursacht wurden, sollte die Gallenblase so früh wie möglich - idealerweise noch im selben Krankenhausaufenthalt - entfernt werden. Der Operationszeitpunkt ist hierbei individuell unterschiedlich festzulegen. Zusätzliche therapeutische Maßnahmen, wie die Verabreichung von Antibiotika und/oder eine spezielle Form der Magenspiegelung mit Sondierung der Gallenwege (ERCP) sowie gegebenenfalls eine Entfernung von Gallensteinen aus dem großen Gallengang, sind je nach Einzelfall wichtige begleitende therapeutische Maßnahmen. Diese können an der Klinik Vincentinum durchgeführt werden.
Wie geht es nach der Entlassung weiter?
Alltagsaktivitäten können unmittelbar wiederaufgenommen werden. Bei der Ernährung gibt es keine Einschränkungen und eine dauerhafte Diät muss nicht eingehalten werden.
Es gibt Fälle, in denen sich auch ohne Gallenblase neue Steine in den Gallengängen bilden. Dies tritt allerdings außerordentlich selten auf. Bei über 95% der Patienten treten, nach Entfernung der Gallenblase, keine Beschwerden durch Steine mehr auf.


