Klinik Vincentinum
Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie
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Schilddrüsenerkrankungen

Was ist die Schilddrüse und welche Aufgaben hat sie?

Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ am Hals, das eine zentrale Rolle in der Stoffwechselregulation spielt. Durch Stimulation über die Hirnanhangsdrüse produziert sie Hormone, die bedeutende Körperfunktionen steuern – darunter Wachstum und Reifung im Kindes- und Jugendalter, den Herzschlag, den Energieverbrauch sowie die Temperaturregulation. Damit zählt sie zum Fachbereich der endokrinen Chirurgie, die sich mit hormonproduzierenden Drüsen befasst. Erkrankungen der Schilddrüse sind weit verbreitet und in vielen Fällen gut behandelbar.

Wann wird eine Schilddrüsenoperation empfohlen?

In bestimmten Situationen kann eine Operation sinnvoll oder notwendig sein. Eine chirurgische Behandlung der Schilddrüse wird in der Regel empfohlen bei:

  • gutartigen Knoten mit Beschwerden (z. B. Druckgefühl, Schluckstörungen)
  • vergrößerter Schilddrüse (Struma), insbesondere bei Einengung der Luftröhre
  • Überfunktion der Schilddrüse, wenn andere Therapieformen nicht geeignet sind  bzw. versagt haben
  • sog. kalte Knoten mit Verdacht auf oder dem gesicherten Nachweis von Schilddrüsenkrebs

Welche Symptome können bei Schilddrüsenerkrankungen auftreten?

Je nach Art der Erkrankung können unterschiedliche Beschwerden auftreten. Bei einer Vergrößerung der Schilddrüse mit Verdrängungseffekten im Hals können unter anderem Räusperzwang sowie Schluck- oder Atembeschwerden auftreten. Zudem kann eine tastbare Schwellung unterhalb des Kehlkopfes bestehen. Entzündungen der Schilddrüse können mit Halsbeschwerden und allgemeinem Krankheitsgefühl einhergehen.

Hormonelle Funktionsstörungen der Schilddrüse äußern sich sowohl körperlich als auch psychisch. Eine Überfunktion kann beispielsweise Herzrasen, Durchfall, Aufgeregtheit oder Zittern verursachen, während eine Unterfunktion unter anderem zu Müdigkeit, Verstopfung, depressiver Stimmung oder Antriebsmangel führen kann.

Wie wird eine Schilddrüsenerkrankung diagnostiziert?

Die Diagnostik an der Klinik Vincentinum umfasst die klinische Untersuchung, Laborbestimmungen der Schilddrüsenwerte aus dem Blut, ein Ultraschall und eine sogenannte Schilddrüsenszintigrafie, wodurch Areale von Über- oder Unterfunktion im Schilddrüsengewebe identifiziert werden können. Darüber hinaus wird im Vorfeld einer Operation die Funktion der Stimmbänder durch eine HNO-ärztliche Untersuchung überprüft.

Wie läuft eine Schilddrüsenoperation ab?

Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt. Je nach Erkrankung wird entweder ein Teil der Schilddrüse (nur die von Knoten betroffene Seite; Hemithyreoidektomie) oder das gesamte Organ (Thyreoidektomie) entfernt. Der Eingriff erfolgt über einen kleinen Hautschnitt am Hals, der in der Regel mit guten kosmetischen Ergebnissen weitestgehend unauffällig verheilt.

Während der Operation achten wir besonders auf den Schutz wichtiger Strukturen:

  • Stimmbandnerven, die für die ungestörte Stimmbildung verantwortlich sind
  • Nebenschilddrüsen, die den Kalziumhaushalt regulieren

Zur Sicherheit kommen moderne Techniken wie das intraoperative Neuromonitoring (Auffinden der Stimmbandnerven und Überprüfung von deren Funktion während der OP) und die Verwendung einer Lupenbrille mit Stirnlampe zur optimalen Ausleuchtung des kleinen OP-Feldes und Darstellung der feinen Stimmbandnerven und der vier Nebenschilddrüsen (2-3mm groß) zum Einsatz.

Die Vorbereitungen zur Operation werden ambulant durchgeführt. Die stationäre Aufnahme erfolgt am Tag der Operation. Der Eingriff dauert je nach Befund 60 bis 90 Minuten. In der Regel erfolgt nach dem Eingriff ein ein- bis zweitägiger Krankenhausaufenthalt. Die Schmerzen sind meist gering und medikamentös gut behandelbar. Falls die gesamte Schilddrüse entfernt wurde, ist eine lebenslange Einnahme von Schilddrüsenhormonen notwendig. Diese Tabletten (bestehend aus künstlich hergestelltem Schilddrüsenhormon) sind gut verträglich und gleichen den Hormonhaushalt zuverlässig aus. Eingenommen dürfen diese Medikamente jedoch erst nach Rücksprache mit dem chirurgischen Behandlungsteam, wenn der endgültige feingewebliche Befund des Pathologen vorliegt und ein bösartiger Tumor ausgeschlossen wurde.

Terminvereinbarung

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