Klinik Vincentinum
Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie
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Hernien

Was ist eine Hernie?

Zwischen dem Brustkorb und dem Becken werden die inneren Organe ausschließlich von muskulären Schichten in der Bauchdecke geschützt und in ihrer Position gehalten. Die Bauchdecke ist dabei anlagebedingt an einigen Stellen dünner, als an anderen, etwa am Nabel, in der Mittellinie und in den Leisten. Auch nach vorherigen Operationen kann im Bereich der Schnitte die verheilte Bauchdecke dünner sein. An diesen Stellen kann sich im Laufe des Lebens durch individuelle Veranlagung und Nachlassen der Bindegewebsfestigkeit in Kombination mit Belastungen der Bauchwand (z. B. körperliche Tätigkeit oder Schwangerschaften) eine Öffnung bilden, durch die Bauchinhalt (meist Fettgewebe oder Dünndarm) nach außen treten können. Diese Öffnung wird als Hernie oder auch Bruch bezeichnet. Ein solcher Bruch ist nicht mit einem Knochenbruch vergleichbar. Er bildet sich über einen längeren Zeitraum und erreicht unterschiedliche Größen. Kleine wie große Bauchwandbrüche können Beschwerden verursachen.

Sind Hernien gefährlich?

Gefährlich wird es, wenn der hervortretende Bauchinhalt vor allem in kleineren Bruchlücken stecken bleibt und sich nicht mehr zurückschieben lässt. Man spricht dann von einer Einklemmung. Dies kann eine Minderdurchblutung und sogar Absterben des Bruchinhaltes (meist Dünndarm) zur Folge haben. Daraus kann sich eine lebensbedrohliche Situation entwickeln, die rasches ärztliches Handeln erfordert.

Welche Symptome und Beschwerden verursacht eine Hernie?

Der unter Belastung hervortretende Bruch wird meist als sichtbare Beule wahrgenommen. Diese Vorwölbung kann schmerzhaft sein, muss es aber nicht zwingend. 

Natürliche Durchtrittsstellen von Organen oder Blutgefäßen, können auf ähnliche Weise Beschwerden verursachen. Dabei handelt es sich jedoch teilweise um grundlegend andere Beschwerden. Bildet sich etwa ein Bruch im Zwerchfell im Übertritt der Speiseröhre vom Brustkorb in den Bauchraum, so ist häufig Sodbrennen die Folge (Reflux).

Sehr seltene Brüche im Bereich der Oberschenkelblutgefäße oder des Beckenbodens sind von außen meist kaum sichtbar, verursachen aber belastungsabhängige Schmerzen und können ebenfalls einklemmen.

Wie werden Hernien behandelt?

Der einzige Bruch, der von selbst wieder verschwinden kann, ist ein sehr kleiner Nabelbruch unmittelbar nach einer Schwangerschaft, der sich unter Umständen im Rahmen der Rückbildung wieder verschließt. Alle anderen Bruchlücken sind dauerhaft, werden im Laufe der Zeit größer und müssen daher operativ behandelt werden. 

Ziel der Operation ist der stabile und anhaltende Verschluss der Bruchlücke. Hierzu reicht in einigen Fällen eine einfache Naht aus, in der Regel ist aber die (zusätzliche) Implantation eines Kunststoffnetzes zur Gewebeverstärkung erforderlich. Es existiert eine Vielzahl verschiedener Operationstechniken, weshalb wir in der Klinik Vincentinum unsere Patienten individuell dazu beraten.

Die Operationsvorbereitung erfolgt ambulant. In den meisten Fällen wird auch die Operation ambulant durchgeführt. Lediglich bei sehr großen Bauchwandbrüchen ist ein Krankenhausaufenthalt von einigen Tagen notwendig.

Wie geht es nach der Hernien-OP weiter?

Ist die Bruchlücke verschlossen, so braucht das Gewebe einige Zeit bis es wieder voll belastet werden kann. Dieser Zeitraum liegt bei etwa 4 bis maximal 6 Wochen. In dieser Zeit sollten intensive Kraftanstrengungen, insbesondere, wenn sie mit einer Erhöhung des Bauchinnendruckes verbunden sind, wie etwa schweres Heben und Tragen oder Krafttraining im Fitnessstudio, unterlassen werden. Nach Abschluss des Heilungsprozesses bestehen in der Regel keine Einschränkungen der körperlichen Belastbarkeit mehr. Sportliche und berufliche Tätigkeiten können anschließend wieder uneingeschränkt ausgeübt werden.

Bei einem niedrigen einstelligen Prozentsatz der operierten Patienten kann es im Verlauf von Monaten oder Jahren an derselben Stelle erneut zu einem Bruch kommen, etwa infolge von Gewebeausdünnung durch den Alterungsprozess. Solche sogenannten „Rezidive“ können in der Regel problemlos erneut operativ versorgt werden.

Terminvereinbarung

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