Klinik Vincentinum
Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie
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Proktologische Erkrankungen

Was sind proktologische Erkrankungen?

Erkrankungen im Bereich des Afters und des Enddarms sind weit verbreitet, auch wenn viele Menschen nur ungern darüber sprechen. Dabei handelt es sich oft um gut behandelbare Beschwerden. Zu den häufigsten gehören Hämorrhoiden, Abszesse, Analfissuren, Analfisteln und der sogenannte Sinus pilonidalis. Eine frühzeitige Untersuchung hilft, Beschwerden zu lindern und größere Probleme zu vermeiden.

Was sind Hämorrhoiden und wie werden sie behandelt?

Hämorrhoiden sind kleine, gut durchblutete Polster im After, die jeder Mensch hat. Sie helfen dabei, den Darm abzudichten. Erst wenn sie sich vergrößern und sich nach außen bewegen, können Beschwerden entstehen. Typische Anzeichen sind Juckreiz, Nässen, leichte Blutungen oder ein Druckgefühl. Ursachen sind häufig starkes Pressen beim Stuhlgang, Verstopfung oder langes Sitzen.

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad. Oft helfen bereits eine angepasste Ernährung, ausreichend Bewegung und Salben. Führen diese konservativen Therapiemaßnahmen nicht zu einer dauerhaften Besserung, sind kleine operative Eingriffe sinnvoll, die meist schonend durchgeführt werden können.

Was sind Analabszesse und wie werden sie behandelt?

Analabszesse, die in der Nachbarschaft des Anus entstehen, sind ein sehr häufiges Problem, das Patienten aufgrund der heftigen Schmerzen zum Arzt führt. Diese Abszesse entstehen häufig als Folge von verstopften Ausgängen von kleinen Schleimdrüsen am Darmausgang. Auffällig werden sie durch eine schmerzhafte Schwellung und Rötung. Die Therapie der Wahl besteht in einer Abszesseröffnung in Kurznarkose. Nicht selten sind diese Abszesse mit Analfisteln vergesellschaftet. Siehe unten.

Was ist eine Analfissur und wie wird sie behandelt?

Eine Analfissur ist ein kleiner Riss in der Haut des Afters. Als Ursache werden Durchblutungsstörungen der Schleimhaut durch einen hyperaktiven inneren Schließmuskel, der willentlich nicht beeinflusst werden kann, angenommen. Typischerweise liegt die Analfissur bei 6.00 Uhr, wenn man den Anus wie eine Uhr von unten her betrachtet. Sie verursacht oft starke Schmerzen beim Stuhlgang, die auch danach noch anhalten können. Häufig kommt es zusätzlich zu leichten Blutungen.

Auslöser ist meist harter Stuhl oder starkes Pressen. Wichtig ist es, den Stuhl weich zu halten, zum Beispiel durch ballaststoffreiche Ernährung und ausreichendes Trinken. Ergänzend können Salben helfen, die den inneren Schließmuskel entspannen und dadurch die Heilung unterstützen. Nur selten ist ein operativer Eingriff notwendig. Dabei wird in Kurznarkose die Analfissur bis auf das Niveau des inneren Schließmuskels sparsam ausgeschnitten und der hyperaktive innere Schließmuskel vorsichtig gedehnt.

Was ist eine Analfistel und wie wird sie behandelt?

Bei einer Analfistel handelt es sich um einen kleinen, unnatürlichen Gang, der vom Inneren des Enddarms nach außen zur Haut führt. Sie entsteht meist infolge einer Entzündung, d. h. eines Abszesses, wie oben bereits dargestellt. Typische Beschwerden sind wiederkehrende Schmerzen, Schwellungen oder eitrige Absonderungen von Flüssigkeit.

Analfisteln heilen nicht von selbst. Daher ist eine chirurgische Behandlung notwendig. Ziel ist es, die Entzündung dauerhaft zu beseitigen und den Gang zu verschließen. Dies erfordert unter Umständen ein mehrschrittiges operatives Vorgehen.

Was ist ein Sinus pilonidalis (Steißbeinfistel) und wie wird er behandelt?

Der Sinus pilonidalis entsteht in der Gesäßfalte, meist durch eingewachsene Haare. Es kann zu Schmerzen, Rötungen und Schwellungen kommen, manchmal auch zu Abszessbildung und spontanen Eiterabsonderung. Vor allem jüngere Menschen sind häufiger betroffen. Eine Operation ist in der Regel notwendig, in frühen Stadien reicht meist ein minimal-invasiver Eingriff in örtlicher Betäubung aus. Bei fortgeschrittenem Befund können größere Operationen notwendig sein.

Wann sollten Sie ärztlichen Rat suchen?

Beschwerden im Analbereich sollten nicht ignoriert werden, auch wenn sie unangenehm erscheinen. Blutungen, anhaltende Schmerzen oder wiederkehrende Entzündungen müssen immer abgeklärt werden, weil auch bösartige Erkrankungen die Ursache sein können. Je früher die Behandlung beginnt, desto einfacher und erfolgreicher ist sie.

Welche Untersuchungen stehen zur Verfügung?

Am wichtigsten und für die Diagnosestellung in vielen Fällen ausreichend sind – nicht nur bei proktologischen Erkrankungen – ein ausführliches Arztgespräch und die körperliche Untersuchung. Ist hiernach noch weiterer Abklärungsbedarf vorhanden, können eine kurze Enddarmspiegelung (sog. „Proktoskopie“), eine sog. Endosonografie (Ultraschalluntersuchung über den After) oder eine Kernspintomographie Aufschluss liefern.

Wie lange dauert die Behandlung?

Proktologische Eingriffe dauern meistens nicht lange und können in der Mehrzahl ambulant durchgeführt werden. In einigen Fällen ist ein kurzer stationärer Aufenthalt von ein bis zwei Tagen nötig. Die Dauer der gesamten Behandlung und des Heilungsprozesses ist sehr unterschiedlich und reicht von einigen Tagen bis hin zu Monaten, etwa bei komplexen Analfisteln. Grundsätzlich verläuft die Heilung umso schneller, je früher die Erkrankung erkannt und angemessen behandelt wird.

Terminvereinbarung

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