Klinik Vincentinum
Abteilung für Interventionelle Kardiologie

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Herzrhythmusstörungen

Was löst Herzrhythmusstörungen aus und welche Symptome treten auf?

Aufgrund eines elektrischen Impulses, der vom Herzen selbst erzeugt wird, zieht sich der Herzmuskel im gesunden Zustand und in Ruhe durchschnittlich 60-80 ml pro Minute in regelmäßigen Abständen zusammen. Störungen im Takt des Herzens treten in einer sehr großen Bandbreite mit akuten und chronischen Problemen auf.

Verschiedene Ursachen können dazu führen, dass die für den Herzrhythmus zuständigen Taktgeber nicht mehr optimal funktionieren oder dieser Takt innerhalb des Herzens nicht richtig weitergeleitet werden kann. In den allermeisten Fällen lassen sich diese Veränderungen im weitesten Sinne als Verschleißerscheinungen bezeichnen, welche sich über Jahrzehnte an den Strukturen des Herzens gebildet haben. Die Folge können langsame, oder auch schnelle Herzrhythmusstörungen sein, die zu Leistungsschwäche, Schwindelzuständen oder gar Ohnmachten im schlimmsten Falle mit Verletzungsfolge führen können.

Was ist Vorhofflimmern und welche Risiken hat es für Herzleistung und Schlaganfall?

Einen besonders großen Anteil an den Herzrhythmusstörungen insgesamt nimmt das sogenannte Vorhofflimmern ein. Dabei arbeitet die Vorkammer des Herzens nicht mehr in geordneter Folge, sondern in unkoordinierter Weise, wodurch die Herzleistung insgesamt verschlechtert wird. Dies betrifft insbesondere Patienten, bei denen bereits eine Herzschwäche vorhanden ist. Zusätzlich besteht bei sehr vielen Patienten mit Vorhofflimmern ein Risiko für Schlaganfälle.

Wie behandelt man Herzrhythmusstörungen?

Unabhängig vom Fortschritt der Beschwerden, steht am Anfang eine exakte Diagnose des Zustandes, wofür EKG und Langzeit EKG ebenso unerlässlich sind wie eine genaue Beurteilung des weiteren Zustandes des Herzens.

Es stehen heute moderne Verfahren zur Verfügung, mit denen Herzrhythmusstörungen in vielen Fällen mit einer hohen Erfolgsaussicht dauerhaft beseitigt werden können. Die Klinik Vincentinum bildet das gesamte Spektrum der Behandlungsoptionen von der medikamentösen Therapie, der Elektrokardioversion, über katheterinterventionelle Verfahren, bis zur Implantation von Herzschrittmachern und Defibrillatoren ab. Für jeden Patienten wird im Einzelfall eine maßgeschneiderte Therapie festgelegt. 

Für unsere Patienten stehen telemetrische Überwachungsplätze zur Verfügung, sodass eine lückenlose Überwachung gewährleistet ist. Gleichzeitig können sich Patienten frei auf Stationsebene bewegen.

Welche interventionellen Verfahren gibt es zur Behandlung von Vorhofflimmern?

Vorhofflimmern ist eine sehr häufige Rhythmusstörung. Hierbei kommt ein katheterinterventionelles Verfahren (Ablation) zum Einsatz. Um das Herz wieder in den normalen Rhythmus, den Sinusrhythmus, zu bringen, besteht die Möglichkeit, durch diesen minimalinvasiven Eingriff das Vorhofflimmern langfristig zu beseitigen. Auslöser sind Fehlimpulse bestimmter Zellen der Lungenvenen (Pulmonalvenen), die in den linken Vorhof münden. Dieses Gewebe wird bei einer Katheterablation punktuell verödet, um die fälschlich abgegebenen elektrischen Impulse zu unterbinden. Man spricht hierbei auch von einer Pulmonalvenenisolation (PVI). Hierbei kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz.

  • Mittels Hitze: Bei der Hochfrequenzstromablation werden die Mündungen der Pulmonalvenen über den Ablationskatheter lokal erhitzt, wodurch die fehlerhaften Zellen ihre elektrische Leitfähigkeit verlieren. Somit ist das Herz in einem hohen Maße vor dem Wiederauftreten dieser Herzrhythmusstörung geschützt. 
     
  • Die Pulsed Field Ablation (PFA) ist eine besonders moderne Variante dieser Therapie. Hierbei kommt eine nicht-thermische, kathetergestützte Technik zum Einsatz. Dabei werden Herzmuskelzellen durch kurze, hochenergetische elektrische Impulse gezielt inaktiviert.
     
  • Mittels Kälte: Mit einem Kälte-Ballon-Katheter (Kryoballonkatheter) werden die Mündungen der Pulmonalvenen für 2 bis 4 Minuten auf eine Temperatur von -40 bis -60 Grad Celsius abgekühlt. Auch mit diesem Verfahren erreicht man somit eine elektrische Isolation des Gewebes.

Welche Funktion haben Herzschrittmacher und Defibrillatoren?

  • Herzschrittmachertherapie: Langsame Herzrhythmusstörungen werden mit jeweils angepassten Herzschrittmachern behandelt. Die heutigen Implantate weisen eine Lebensdauer von circa 7 bis 12 Jahren auf. Eine Nachkontrolle erfolgt halbjährlich bis jährlich, etwa bei unseren niedergelassenen Fachkollegen, durch Auflage einer Magnetspule, die mit dem implantierten Gerät kommuniziert. 
    Eine Herzschrittmacher-Neuimplantation dauert circa 25 bis 45 Minuten. Eine Vollnarkose ist hierzu nicht notwendig. Die Implantationen werden heute in der Regel ambulant durchgeführt.
     
  • Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD, 'Defi'): Zum Schutz vor schnellen Herzrhythmusstörungen, die potenziell lebensbedrohlich sind, erfolgt nach bestimmten Indikationskriterien die Implantation eines Defibrillators. Dieser ist etwas größer als ein Herzschrittmacher, kann jedoch auch bei sehr schlanken Patientinnen und Patienten problemlos implantiert werden. Die tägliche Lebensführung wird durch diesen Begleiter nicht beeinträchtigt. Selbstverständlich kann man mit einem 'Defi' auch an Flugreisen teilnehmen. Die Nachsorge erfolgt ähnlich derer, wie sie auch bei Herzschrittmachern üblich ist.
     
  • Batterieerschöpfung eines elektrischen Implantates: Im Falle einer Batterieerschöpfung eines elektrischen Implantates erfolgt ein Wechsel des Aggregates. Hierbei wird ein neuer Herzschrittmacher/Defibrillator an die bereits implantierten und im Körper verbleibenden Sonden angeschlossen. Die Batterie stellt den größten Teil des Aggregates dar, sodass dieses vollständig gewechselt wird. Auch ein Aggregataustausch bei Batterieerschöpfung kann in der Regel ambulant erfolgen.

Wie wird eine Herzschrittmacher- oder Defibrillator-Implantation durchgeführt?

Die Operation eines elektrischen kardialen Implantates wird mit lokaler Anästhesie durchgeführt. Eine Vollnarkose ist hierfür nicht notwendig. Die meisten Implantate werden an der Brustwand im Bereich der linken Schulter implantiert. Die Sonden des Aggregates erreichen das Herz über die Venen, welche das Blut zurück zum Herzen transportieren. Der Wundverschluss erfolgt mit selbstauflösendem Nahtmaterial, sodass keine Fadenentfernung notwendig wird.
Die Programmierung und auch die Nachsorge dieser Implantate erfolgen über eine Magnetspule, die auf die Haut über dem Implantat gelegt wird. Diese ermöglicht die Kommunikation mit dem Implantat und gegebenenfalls eine Anpassung seiner Parameter. Solche Operationen werden heute üblicherweise ambulant durchgeführt, falls notwendig kann jedoch auch eine stationäre Aufnahme erfolgen. In der Regel wird die dauerhafte Nachsorge eines Implantates dann vom zuweisenden Kardiologen übernommen.

Welche Rolle spielen Herzschrittmacher und Defibrillatoren bei der Herzinsuffizienz?

  • Bei Patienten mit einem schwach pumpenden Herzen und einer zusätzlichen Blockade im elektrischen Leitungssystem kann durch eine spezielle Herzschrittmacher-Stimulation ein Ausgleich dieses Zustandes erzielt werden. Dadurch wird das Herz wieder zu einem synchronen und damit kräftigeren Schlag gebracht. Diese Therapie kann nicht nur die Symptome einer Herzinsuffizienz lindern, sondern auch die Prognose dieser Patienten verbessern.
     
  • Bei Patienten mit einer hochgradigen Verminderung der Pumpkraft des Herzens kann zum Schutz vor schnellen Herzrhythmusstörungen ein Defibrillator notwendig sein.

Terminvereinbarung

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