Klinik Vincentinum
Abteilung für Interventionelle Kardiologie

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Herzrhythmusstörungen

Aufgrund eines elektrischen Impulses, der vom Herzen selbst erzeugt wird, zieht sich der Herzmuskel im gesunden Zustand und in Ruhe durchschnittlich 60-80 ml pro Minute in regelmäßigen Abständen zusammen. Störungen im Takt des Herzens treten in einer sehr großen Bandbreite mit akuten und chronischen Problemen auf. Verschiedene Ursachen können dazu führen, dass die für den Herzrhythmus zuständigen Taktgeber nicht mehr optimal funktionieren oder dieser Takt innerhalb des Herzens nicht richtig weitergeleitet werden kann. In den allermeisten Fällen lassen sich diese Veränderungen im weitesten Sinne als Verschleißerscheinungen bezeichnen, welche sich über Jahrzehnte an den Strukturen des Herzens gebildet haben. Die Folge können langsame Herzrhythmusstörungen sein, die zu Leistungsschwäche, Schwindelzustände oder gar Ohnmachten im schlimmsten Falle mit Verletzungsfolge führen können.

Einen besonders großen Anteil an den Herzrhythmusstörungen insgesamt nimmt das sogenannte Vorhofflimmern ein. Dabei arbeitet die Vorkammer des Herzens nicht mehr in geordneter Folge, sondern in unkoordinierter Weise, wodurch die Herzleistung insgesamt verschlechtert wird. Dies betrifft insbesondere Patienten, bei denen bereits eine Herzschwäche vorhanden ist. Zusätzlich besteht bei sehr vielen Patienten mit Vorhofflimmern ein Risiko für Schlaganfälle.

Unabhängig vom Fortschritt der Beschwerden, steht am Anfang eine exakte Diagnose des Zustandes, wofür EKG und Langzeit EKG ebenso unerlässlich sind wie eine genaue Beurteilung des weiteren Zustandes des Herzens.

Herzrhythmusstörungen behandeln

Es stehen heute moderne Verfahren zur Verfügung, mit denen Herzrhythmusstörungen in vielen Fällen mit einer hohen Erfolgsaussicht dauerhaft beseitigt werden können. Unsere Behandlungsoptionen reichen von der medikamentösen Therapie über die Implantation von Herzschrittmachern bis zur Elektrokardioversion. Mit dieser Rhythmusbehandlung, die in einer kurzzeitigen Narkose erfolgt, werden Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern behandelt und in den normalen Herzrhythmus zurückgeführt. Für jeden Patienten legen wir im Einzelfall eine maßgeschneiderte Therapie fest. Wir arbeiten hierfür auch mit hoch spezialisierten Experten zusammen.

Für Patienten mit Herzrhythmusstörungen stehen bei uns telemetrische Überwachungsplätze zur Verfügung. Während der Überwachung können sich Patienten frei auf Stationsebene bewegen.

Herzschrittmachertherapie

Langsame Herzrhythmusstörungen lassen sich in den meisten Fällen sehr gut mit jeweils angepassten Herzschrittmachern behandeln. Die heutigen Implantate weisen eine Lebensdauer von circa 7 bis 12 Jahren auf. Eine Nachkontrolle erfolgt halbjährlich bis jährlich, etwa bei unseren niedergelassenen Fachkollegen, durch Auflage einer Magnetspule, die mit dem implantierten Gerät kommuniziert.
Eine Herzschrittmacher-Neuimplantation dauert circa 25-45 Minuten. In den meisten Fällen sind ein bis zwei Nächte Aufenthalt in der Klinik erforderlich.

Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD, 'Defi')

Zum Schutz vor schnellen Herzrhythmusstörungen, die potenziell lebensbedrohlich sind, erfolgt nach bestimmten Indikationskriterien, welche ein dauerhaftes Risiko für diese Herzrhythmusstörungen anzeigen, die Implantation eines Defibrillators. Dieser ist etwas größer als ein Herzschrittmacher, kann jedoch auch bei sehr schlanken Patientinnen und Patienten problemlos implantiert werden. Die tägliche Lebensführung wird durch diesen Begleiter nicht beeinträchtigt. Selbstverständlich kann mit einem 'Defi' auch an Flugreisen teilnehmen. Die Nachsorge erfolgt ähnlich derer, wie sie auch bei Herzschrittmachern üblich ist.

Batterieerschöpfung eines elektrischen Implantates

Im Falle einer Batterieerschöpfung eines elektrischen Implantates, erfolgt ein Wechsel des Aggregates. Hierbei wird ein neuer Herzschrittmacher/Defibrillator an die bereits implantierten und im Körper verbleibenden Sonden angeschlossen. Die Batterie stellt den größten Teil des Aggregates dar, sodass dieses vollständig gewechselt wird. Ein Aggregataustausch bei Batterieerschöpfung kann in der Regel ambulant erfolgen.

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