Facettensyndrom/ISG-Syndrom
Was ist ein Facetten-/ISG-Syndrom und wie entsteht es?
Die Facettengelenke, auch Wirbelgelenke oder Wirbelbogengelenke genannt, gehören zu den Verbindungen zwischen den Wirbeln. Ist der Abstand, also die Höhe, zwischen den Wirbeln vermindert, funktioniert das Facettengelenk nicht mehr korrekt und wird abgenutzt. Gründe können altersbedingter Verschleiß, Überlastung durch Sport oder schwere körperliche Arbeit sein. Ähnlich verhält es sich auch mit dem ISG (Iliosakralgelenk). Dieses Gelenk befindet sich am unteren Ende der Wirbelsäule und verbindet das Kreuzbein mit dem Becken.
Welche Symptome verursacht ein Facetten-/ISG-Syndrom?
Erkennbar wird das Facetten-/ISG-Syndrom durch:
- Rückenschmerzen, oftmals dumpf und nicht genau lokalisierbar
- Hüftbeschwerden/Beinkrämpfe, falls die Schmerzen in die Beine ausstrahlen
Wie wird das Facetten-/ISG-Syndrom behandelt?
Wie ein Facettensyndrom oder ein ISG-Syndrom im Einzelfall behandelt wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Das Team der Wirbelsäulenchirurgie an der Klinik Vincentinum entscheidet je nach Art und Ursachen der Beschwerden über geeignete Therapiemöglichkeiten. Zunächst werden bevorzugt konservative Maßnahmen eingesetzt. Physiotherapeutische Übungen können die Schmerzen in vielen Fällen aktiv lindern, auch medikamentöse Behandlungen sowie Infiltrationen (Facetten-/ISG-Infitlrationen, epidurale Infiltration, lokale Blockaden) sind denkbar. Erst wenn die Beschwerden trotz konservativer Therapiemethoden anhalten, wird ein operativer Eingriff diskutiert, bei dem man etwa einen Wirbelsäulenabschnitt stabilisiert.
Wie läuft eine Infiltrationstherapie bei Facettensyndrom ab?
Wenn eine Infiltrationstherapie sinnvoll ist, wird diese in der Regel ambulant durchgeführt. Nach einem Aufklärungsgespräch und einer körperlichen Untersuchung wird die Nadel in Bauchlage unter Röntgenkontrolle gezielt an der Stelle der Wirbelsäule platziert, von der die Schmerzen vermutlich ausgehen (Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule oder Kreuzbein). Anschließend wird das Medikament vorsichtig über die Nadel verabreicht. Der eigentliche Eingriff dauert nicht länger als zwei bis fünf Minuten. Danach erfolgt eine etwa 20-minütige Überwachung im dafür vorgesehenen Wachraum. Erst wenn sichergestellt ist, dass keine Nebenwirkungen aufgetreten sind, wird der Patient entlassen. Das selbstständige Führen eines Fahrzeugs ist anschließend nicht gestattet. Der Patient sollte sich nach dem Eingriff abholen lassen. Ansonsten bestehen keine weiteren Einschränkungen. Wenn die Behandlung erfolgreich ist, kann die Infiltration wiederholt werden.
Wie läuft eine Facettengelenkoperation ab?
Zeigt sich auch nach mehreren Infiltrationsbehandlungen eine gute Wirkung, kann anschließend eine Denervierung (Unterbrechung von Nervenbahnen) erfolgen. Diese wird in der Regel endoskopisch und in kurzer Vollnarkose im Operationssaal durchgeführt. Danach sollte die Schmerzfreiheit dauerhaft anhalten.


