Adipositaschirurgie
Was ist Adipositaschirurgie / metabolische Chirurgie?
Die Adipositaschirurgie und metabolische Chirurgie umfassen operative Eingriffe zur Behandlung von krankhaftem Übergewicht und metabolischen Erkrankungen, wie beispielsweise Typ-2-Diabetes. Ziel ist es, das Körpergewicht nachhaltig zu reduzieren, Begleiterkrankungen zu lindern oder zu vermeiden und so langfristig die Lebensqualität und Lebenserwartung zu steigern.
Welche chirurgischen Maßnahmen gibt es bei der Adipositaschirurgie?
Die häufigsten Operationsverfahren sind die Schlauchgastrektomie und der Magenbypass. Seltener kommen der Mini-Bypass oder der SADI-Bypass zum Einsatz.
- Sleeve-Gastrektomie: Der sogenannte Schlauchmagen oder die Schlauchmagenresektion ist aktuell die in Deutschland am häufigsten durchgeführte Operationsmethode. Durch die operative Verkleinerung des Magens um ca. Dreiviertel des ursprünglichen Magenvolumens tritt das Sättigungsgefühl deutlich früher ein. Im Rahmen eines Stufenkonzeptes kann dieses Verfahren bei Bedarf später in einen Magenbypass umgewandelt werden.
- Magenbypass: Bei diesem Verfahren wird der Magen verkleinert, sodass nur noch eine kleine Magentasche („Magenpouch“) verbleibt. Zusätzlich wird ein Teil des Dünndarms umgangen, indem die Magentasche direkt mit dem Dünndarm verbunden wird. Dadurch können geringere Nahrungsmengen aufgenommen werden und die Gewichtsabnahme wird unterstützt.
- Mini-Bypass: Auch bei diesem Verfahren wird eine kleine schlauchförmige Magentasche gebildet und direkt mit einer Dünndarmschlinge verbunden. Im Gegensatz zum klassischen Magenbypass ist hierfür jedoch nur eine Verbindung zwischen Magen und Dünndarm erforderlich. Dadurch werden die Nahrungsaufnahme reduziert und die Gewichtsabnahme unterstützt.
- SADI-Bypass: Dieses Verfahren kombiniert einen Schlauchmagen mit einem Dünndarm-Bypass. Dabei wird der Magen hinter dem Magenpförtner mit einem tiefer gelegenen Dünndarmabschnitt verbunden. Durch die Verkürzung des Verdauungsweges wird die Aufnahme von Nährstoffen und damit die Kalorienzufuhr reduziert.
Welche Voraussetzungen gelten für eine Magen-OP?
Ein operativer Eingriff kommt in der Regel unter folgenden Bedingungen in Frage:
- BMI-Werte: Meist besteht eine Indikation für einen Eingriff ab einem BMI von ≥ 40 kg/m² oder bereits ab einem BMI von ≥ 35 kg/m², sofern mindestens eine Adipositas-assoziierte Begleiterkrankung wie etwa Bluthochdruck, Schlafapnoe oder Arthrose vorliegt. Zudem kommen Patienten mit Typ-2-Diabetes und Übergewicht (BMI > 35 kg/m², in Ausnahmefällen ab > 30 kg/m²) für eine Operation in Betracht. Darüber hinaus werden anpassende Korrektureingriffe nach bariatrischen Operationen durchgeführt, beispielsweise bei Reflux, Gewichtswiederanstieg oder auftretenden Komplikationen.
- Therapiehistorie: Vorherige konservative Therapieversuche müssen als erfolglos eingestuft werden. Die konservative Therapie gilt als erschöpft, wenn eine mindestens 6-monatige Lebensstilintervention innerhalb der letzten 2 Jahre die Zielwerte unterschreitet: < 15 % Gewichtsabnahme bei einem BMI von 35 bis 39,9 kg/m² oder < 20 % ab einem BMI von 40 kg/m². Ebenso gilt sie als gescheitert, wenn das Gewicht nach einem Jahr wieder um > 10 % ansteigt.
Ab einem BMI ≥ 50 kg/m² und oder dem Vorliegen eines Diabetes mellitus Typ kann die Operation direkt angeraten werden.
- Abklärung: Eine gründliche individuelle medizinische und psychische Abklärung inklusive einer Nutzen-Risiko-Abwägung ist notwendig. Nach Prüfung der Operationsvoraussetzungen durch ein sogenanntes „Adipositasboard“ (Konferenz von Spezialisten aus verschiedenen Fachrichtungen zusammensetzt) kann die Operation geplant werden. Ein Kostenübernahmeantrag bei der Krankenkasse ist nicht erforderlich.
- Eigenmotivation: Die Bereitschaft zu einer langfristigen Lebensstiländerung sowie einer dauerhaften Nachsorge muss gegeben sein.
Wie läuft eine Behandlung und die Adipositas-Operation ab?
Die Behandlung unserer Patienten erfolgt durch ein interdisziplinäres Team aus Chirurgen, Gastroenterologen, Ernährungsfachkräften, Psychologen und Mental Health Professionals (MHP; Gesundheitsberater). Sämtliche Eingriffe der Adipositas- und metabolischen Chirurgie werden in der Klinik Vincentinum mittels moderner minimal-invasiver Verfahren durchgeführt.
Der Eingriff erfolgt am Tag der stationären Aufnahme. Die Dauer des Klinikaufenthalts beträgt in der Regel drei bis vier Tage.
Wie geht es nach einer Adipositas-OP weiter?
Nach der Operation beginnt eine sechswöchige Phase des Kostaufbaus, auf die alle Patientinnen und Patienten durch unsere Ernährungsberatung vorbereitet werden. Bereits bei der Entlassung erhält jeder Patient Nachsorgetermine, die lebenslang stattfinden sollten. Je nach durchgeführter Operation ist die Einnahme von Vitaminen notwendig.


