Klinik Vincentinum
Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie
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Sigmadivertikulitis

Was ist eine Sigmadivertikulitis?

Die Sigmadivertikulitis ist eine gutartige entzündliche Erkrankung des Dickdarms, die vor allem den Abschnitt am Übergang vom Dickdarm zum Enddarm, das sogenannte Sigma, betrifft. Die Grundlage dieser Erkrankung ist die Sigmadivertikulose. Dabei handelt es sich um Ausstülpungen der Darmwand, die als Divertikel bezeichnet werden. Die Divertikulose gilt in unseren Breitengraden als Volkskrankheit, da sie bei mehr als 50 % der über 50-Jährigen zu finden ist. Eine Divertikulitis entsteht erst dann, wenn sich diese Ausstülpungen entzünden.

Welche Symptome treten bei einer Sigmadivertikulitis auf?

Die meisten Menschen mit einer Sigmadivertikulose sind symptomfrei. Beschwerden treten erst auf, wenn sich die Divertikel entzünden. Dabei kann die Entzündung in unterschiedlichen Schweregraden verlaufen. Komplizierte Verläufe können mit Abszessen, Fistelbildungen, Darmverengungen oder sogar einem Darmdurchbruch einhergehen. Für die optimale Therapie des Einzelfalls ist daher eine genaue Einteilung in Krankheitsstadien entscheidend.

Wie wird eine Sigmadivertikulitis behandelt und wann ist eine Operation notwendig?

Die Behandlung erfolgt stadiengerecht und individuell angepasst. Grundlage ist eine präzise Diagnostik mittels klinischer Untersuchung, Bestimmung von Entzündungsparametern im Blut, Ultraschall sowie Computertomografie. Insbesondere bei wiederkehrenden Entzündungsschüben oder chronischen Beschwerden wird sorgfältig die Notwendigkeit und der optimale Zeitpunkt eines operativen Eingriffs geprüft.

Man unterscheidet zwischen unkomplizierten und komplizierten Verläufen. Während bei der unkomplizierten Sigmadivertikulitis meist eine konservative Therapie mit Antibiotika, Schmerzbehandlung und angepasster Ernährung ausreichend ist, erfordern fortgeschrittene Stadien eine intensivere Behandlung. Komplizierte Verläufe (Ausbildung großer Abszesse oder Fisteln zu anderen Organen, z. B. die Blase oder die freie Perforation mit Bauchfellentzündung stellen nach deutscher Leitlinie eine Indikation zur operativen Therapie dar.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Klinik Vincentinum auf der minimal-invasiven chirurgischen Therapie. Die sogenannte laparoskopische Sigmaresektion („Schlüssellochchirurgie“) gilt heute als Standardverfahren. Dabei wird der entzündlich veränderte Darmabschnitt, ungefähr 25cm, schonend entfernt und die gesunden Darmenden wieder miteinander verbunden. Die Anlage eines vorübergehenden, künstlichen Darmausganges – eine häufige Sorge der Patientinnen und Patienten – ist nur in absoluten Ausnahmesituationen notwendig.

Wie läuft eine Sigmadivertikulitis-OP ab und was passiert danach?

Die stationäre Aufnahme erfolgt je nach Einzelfall am Vortag oder am Tag der Operation. Der Eingriff dauert etwa 90 bis 120 Minuten. Bereits am ersten Tag nach der Operation beginnt der Kostaufbau. Der Klinikaufenthalt beläuft sich bei den meisten Patienten auf fünf bis sechs Tage.

Das minimalinvasive Vorgehen ermöglicht in der Regel eine schnellere Erholung, geringere postoperative Schmerzen, eine zügige Rückkehr in den Alltag sowie ein deutlich reduziertes Risiko für das Wiederauftreten der Erkrankung. Eine spezielle Nachtherapie oder dauerhafte Diät ist in der Regel nicht erforderlich. Empfohlen wird jedoch eine gesunde, ausgewogene Ernährung.

Terminvereinbarung

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