Klinik Vincentinum
Abteilung für Interventionelle Kardiologie

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Koronare Herzerkrankung (KHK)

Was versteht man unter einer Koronaren Herzkrankheit?

Der Herzmuskel wird durch die Koronargefäße mit Sauerstoff versorgt. Wenn diese Arterien aber aufgrund von abgelagerten Fett- oder Kalkplaques verengt, oder gar verschlossen sind (Arteriosklerose/Arterienverkalkung), entsteht eine Unterversorgung des Herzens, die im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt führt.

Wie macht sich eine Koronare Herzkrankheit bemerkbar?

Abhängig vom Grad der Verengung, einer sogenannten Stenose, treten Symptome und Beeinträchtigungen auf. Häufig tritt Angina pectoris auf, ein Druckschmerz und Engegefühl in der Brust, die insbesondere bei körperlicher Belastung oft auch in benachbarte Regionen wie Arm, Kiefer, und Rücken ausstrahlt. Weitere Anzeichen sind Luftnot, erhöhte Herzfrequenz, Übelkeit, vermehrte Schweißproduktion und Angstgefühle. Risikofaktoren für eine Arteriosklerose sind Alter, eine genetische Veranlagung, sowie beeinflussbare Faktoren wie Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und mangelnde Bewegung. Bei bestimmten Patientengruppen, insbesondere bei weiblichen Patientinnen oder bei Patienten mit Diabetes, können ungewöhnliche oder auch nur sehr diskrete Symptome, trotz einer relevanten Koronaren Herzerkrankung auftreten.

Wie behandelt man eine Koronare Herzkrankheit?

Die konservativen Therapiemöglichkeiten verengter Koronargefäße umfassen insbesondere die Reduktion der Risikofaktoren. Diese Behandlung basiert auf einer modernen medikamentösen Therapie aber auch auf Lebensstiländerungen. Insbesondere ein Stopp des Nikotinkonsums ist von großer Bedeutung. Wenn diese Methoden nicht ausreichen, können erkrankte Gefäße entweder minimalinvasiv erweitert (Stent-Implantation), oder durch eine Bypassoperation umgangen werden. An der Klinik Vincentinum werden alle Arten von minimalinvasiven Koronarinterventionen durchgeführt, einschließlich der Versorgung komplexer Fälle wie Bifurkationsstenosen, hochgradig sklerosierter Gefäße und chronischer Gefäßverschlüsse. Für Patienten, die eine Bypassoperation benötigen, pflegt unsere Klinik einen sehr engen Austausch mit der Herzchirurgie des Universitätsklinikums Augsburg.

Wie funktioniert eine Herzkatheteruntersuchung und wann wird ein Stent eingesetzt?

Im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung (Koronar-Angiographie) werden die Herzkranzgefäße, sowie mögliche Verengungen (Stenosen) und Verschlüsse durch Kontrastmittel und Röntgentechnik sichtbar gemacht. Während des gleichen Eingriffs kann dann eine sogenannte Koronarintervention (PCI) erfolgen. Mit einem Ballonkatheter wird die verengte Stelle im Blutgefäß geweitet (Angioplastie) und mit einem dünnen Metallgeflecht (Stent) als Gefäßstütze stabilisiert.

Bei der Herzkatheteruntersuchung führt der Arzt über einen kleinen Einstiegspunkt einen dünnen Schlauch (Katheter) durch die eine Arterie bis zum Herzen. Die Mehrzahl der Herzkatheteruntersuchungen wird heute vom Unterarm aus durchgeführt. Hierfür ist keine Vollnarkose, sondern nur eine örtliche Betäubung notwendig. Der Verschluss der Arterie erfolgt dann mit einem Armband, welches für ca. 3 Stunden nach der Untersuchung am Arm des Patienten verbleibt. Während dieser Zeit ist ein Aufstehen und z. B. Toilettengang möglich.

Herzkatheteruntersuchungen werden überwiegend ambulant durchgeführt. Bei Notwendigkeit kann eine stationäre Aufnahme erfolgen.

Welche Spezialtechniken werden bei komplexen Herzgefäßverengungen eingesetzt?

  • Rotablation: Mit dieser Spezialtechnik lassen sich stark verkalkte (sklerosierte) Gefäßpartien durch Hochfrequenzschleifen mit einem diamantbesetzten Bohrkopf öffnen.
     
  • IVUS: Mit dem intravaskulären Ultraschall (IVUS) lassen sich komplexere anatomische Situationen darstellen und auch die optimale Aufdehnung von Stents während einer Untersuchung kontrollieren.
     
  • IFR: Mit dieser Technik werden Blutdruckwerte direkt in den Koronargefäßen gemessen und mit einem Referenzwert (Blutdruck der Hauptschlagader) verglichen. Somit lässt sich die funktionelle Relevanz einer Verengung zusätzlich zu der reinen Bildgebung belegen. Anhand der wissenschaftlichen Studienlage weiß man heute genau, welche Verengungen tatsächlich behandelt werden müssen und wann eine abwartende Haltung geboten ist.
     
  • Bifurkationsstenosen: Die Gefäße des Herzens haben Verzweigungen (Bifurkation), wobei oft komplexe Verengungen im Bereich dieser Aufzweigungen bestehen. Zur Behandlung kommen spezielle Mehrfach-Stenttechniken zur Anwendung, um einen optimalen Blutfluss nicht nur im Hauptast, sondern auch im Seitenast zu gewährleisten und um möglichst optimale Langzeitresultate zu erzielen.

Terminvereinbarung

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